Faszination Seidenstrasse

Die Schatzkammer Trans-Oxaniens


Eine Reise von und mit Werner van Gent


Eckdaten dieser Reise:
21. September bis 6. Oktober 2019
Preis: CHF 7700.-
Zuschlag für die Benutzung eines Doppelzimmers als Einzelzimmer: CHF 750.-
Grösse der Gruppe: 8 - 12 Personen
Status dieser Reise: noch freie Plätze


Werner van Gent über diese Reise:


Die grossen Oasen Trans-Oxaniens, des Zweiströmenlands in Zentralasien, bildeten von der Antike bis ins Mittelalter die kernstücke der Seidenstrasse, über die sehr viel mehr als Seide transportiert wurde. Gold, Gewürze, Wolle, Trauben aber auch Religionen, Weltanschauungen, Kosmotheorien fanden durch Zentralasien ihren Weg von Ost nach West und umgekehrt. Umkämpft war Zentralsasien immer und ist es genau genommen auch heute noch. Die neue Seidenstrasse, die China mit Europa verbinden soll, wird nicht überall euphorisch begrüsst.

Zeit also, sich dem Thema der alten wie neuen Globalisierung in diesem Gebiet näher anzuschauen. Für mich persönlich ist dies eine meiner interessantesten Reisen, gerade weil Gegenwart und Geschichte hier nahtlos ineinander übergehen. Die eigentliche Seidenstrasse ist sehr viel länger als jener Teil, den ich Ihnen auf dieser Reise zeigen möchte - nirgendwo sonst gibt es aber so viele, so prächtige Monumente und ist die Geschichte so greifbar!


Detailliertes Reiseprogramm

Tag 1 Samstag 21. September 2019

Flug via Istanbul nach Ashgabat (Ankunft am frühen Morgen des 22. Septembers)


Tag 2 Sonntag 22. Sept.

Nach einem späten Frühstück besichtigen wir Ashgabad, die Hauptstadt Turkmenistans. Erste Einführung in die Geschichte des Landes. Ashgabad wird oft als das Kuweit Zentralasiens beschrieben, urteilen Sie selbst! Als Kontrast zum Marmor und Gold des Stadtzentrums, besuchen wir den berühmten, farbenfrohen Basar Ashgabats. Der Besuch des Teppichmuseums mit dem riesigen Angebot an seltenen Stücken steht am Nachmittag auf dem Programm. Da wird uns bald klar, weshalb Turkmenistan als einziges Land Zentralasiens über ein eigenständiges Teppich-Ministerium verfügt.


Tag 3 Montag 23 Sept.

Am Morgen besuchen wir die Ausgrabungen von Nyssa, Hauptstadt des Königsreichs der Parther (3. Jh. vor Chr.) Gleich darauf vervollständigt sich das Bild im eindruckvollen Nationalmuseum Turkmenistans. Hier werden Sie eindrücklich vorgeführt bekommen, was es heisst, wenn man von den Hochkulturen Trans-Oxaniens spricht.


Tag 4 Dienstag 24 Sept.

Auf dem Programm steht der Besuch eines Gestüts mit Turkmensischen Rassepferden - man wird bald verstehen, weshalb diese Pferde so begehrt waren und weshalb die zentral-asiatischen Herrscher ihre Reitpferde als Geheimwaffe hüteten und sie Jahrhunderte lang lieber töteten als diese Waffe den Chinesen zu überlassen. Im Referat behandelt WvG die technologischen Errungenschaften während der Blütezeit der Seidenstrasse auf dem Gebiet des Transport-und Kommunikationswesens.
Ferner besuchen wir eine Reihe von offiziell genehmigten Sehenswürdigkeiten dieser zuweilen bizarr anmutenden Stadt.


Tag 5 Mittwoch 25. Sept.

Heute gilt es früh aufzustehen, damit wir den Morgenflug nach Dashoguz nehmen. Bereits aus dem Flugzeug haben wir gesehen, wie die Wüstenlandschaft allmählich von grünen Flächen und Wasserkanälen ersetzt wird, wir landen in der weitläufigen Oase Choresm. In Dashoguz nehmen wir ein spätes Frühstück ein, danach fahren wir weiter nach Kunya-Urgench (übersetzt: alt Urgench, So unterscheidet man die Stadt vom in neuen Urgench, das in Usbekistan liegt). Kunya Urgench gehörte - zusammen mit Merw, Samarkand, Buchara und Khiva - zu den wichtigsten Knotenpunkten entlang der Seidenstrasse. Bis zu einer halben Million Menschen wohnten zu Beginn des 13. Jahrhunderts in der Stadt. Cengiz Khan hat hier nach einer langen Belagerung noch Monate gebraucht, sich mit seinen Truppen von Viertel zu Viertel durchzukämpfen. Als er dennoch nicht weiterkam, liess er den Damm, der Urgench vor dem Wasser der Amudarja schützte, zerstören. Die zunächst in Brand gesetzte Stadt wurde dadurch auch noch überflutet. Die Zerstörung Kunya Urgench ging als eines der grössten Massaker in die Geschichte ein. Doch bereits hundert Jahre später wurde die Stadt erneut aufgebaut, die Lage nahe des Wassers der Amudarja - Fluch und Segen zugleich - machte sie erneut zu einem der wichtigsten Zentren der Seidenstrasse. Aus dieser Zeit stammen auch die Monumente, welche wir besichtigen, z.B. das Mausoleum von Soltan Tekes sowie das mit 62 Metern höchste Minarett Zentralasiens, das Qutlugh Timur Minarett. Immer wieder treffen wir heute auf kleine Gruppen von farbig gekleideten Frauen, die betend neben kleinen Mausoleen kauern. Dies ist Ausdruck des in Zentralasien sehr verbreiteten Volks-Islams, einer sehr friedlichen Form des Islams, der starke Elemente der alten Religionen in sich trägt. Dazu wird Werner van Gent in einem kurzen Referat eingehen.
Am Nachmittag fahren wir zum usbekisch-turkmenischen Grenzübergang Chotzeli. Grenzübergänge sind in Zentralasien meist mit langen Wartezeiten verbunden: wir müssen hier aber mit einem “nur” rund einstündigen Aufenthalt zur Pass- und Gepäckkontrolle rechnen, bevor wir zu Fuss das Niemandsland samt Gepäck überqueren dürfen. Das Niemandsland ist hier zum Glück nur etwa 150 Meter breit (Dennoch sind Koffer mit Rädern wärmstens empfohlen). Nach dem Treffen mit der usbekischen Reiseleitung fahren wir weiter nach Nukus.
Am Abend führt Werner van Gent Sie ein in das Umweltdesaster des Aral-Sees.


Tag 6 Donnerstag 26. Sept.

Beim Besuch der Sawitsky-Sammlung kommt man aus dem Staunen nicht raus: hier am Ende der ehemals sowjetischen Welt und am Rande der Wüste befindet sich die schönste und umfangreichste Sammlung der sowjetischen Avantgarde. Das Museum dokumentiert die Kraft der Avantgarde im ausgehenden Zarenreich und in der frühen Sowjetunion wie auch die Brutalität, mit welcher die sowjetischen Künstler später unter der Stalin-Diktatur unterdrückt wurden. Viele von ihnen wurden in Umerziehungslager gesteckt oder verbannt. Anschliessend bekommen wir im Lager des Museums einen kleinen Eindruck der Fülle der Schätze, die Igor Sawitsky hier zusammengetragen hatte.
Neben der Kunstsammlung verfügt das Museum auch über eine permanente Ausstellung folkloristischer Gegenstände, die uns ein gutes Bild vom Leben in dieser Region gibt, die nun wirklich am Ende der Welt zu liegen scheint. Seine Eigenschaft als Direktor des Folkloremuseums gab Sawitsky übrigens die Möglichkeit, unbehelligt von der KGB, die aus der Sicht der Dowjet-Diktatur "abartige" Avantgarde zu sammeln. Nur ein kleiner Teil der russischen Avantgarde -wie zum Beispiel die Werke Chagalls -, hat den Weg in den Westen gefunden.
Am Nachmittag fahren wir weiter nach Khiva.


Tag 7 Freitag 27. Sept.

Das Emirat von Khiva ist heute eine der schönsten und wohl auch am besten erhaltenen Festungstädte entlang der Seidenstrasse. Hier verbringen wir den ganzen Tag mit Besichtigungen der zahlreichen Sehenswürdigkeiten, allerdings mit genügend Freizeit, um diese Stadt auch noch auf eigene Faust zu erforschen. In seinem Referat geht Werner van Gent auf die enorme Bedeutung des aus Khiva stammenden Gelehrten Al Choresmi ein.
Tag 8 Samstag 28. Sept.
Am Vormittag besichtigen wir weitere Sehenswürdigkeiten in dieser wunderschönen Stadt. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Eines der aktuellen Themen, welche Werner van Gent heute behandelt: das Pulverfass Afghanistan, ein Rückblick.


Tag 9 Sonntag 29. Sept.

Das Zimmer dürfen wir bis 18.00 Uhr behalten. Bis dahin gibt es genug freie Zeit, sich einzelne Sehenswürdigkeiten nochmals anzuschauen, zu diskutieren oder einfach auszuruhen. Am Abend fliegen wir nach Buchara. Die Strasse oder Bahn (Nachtzug) bilden derzeit noch keine wirklichen Alternativen.


Tag 10 Montag 30. Sept.

Heute besichtigen wir die äusserst lebendige Oasenstadt Buchara. Hier wurden nicht nur Güter umgeschlagen. Es fand vor allem auch ein reger Austausch von Wissen statt. In Buchara wurde beispielsweise der berühmte Arzt und Philosoph Ibn Sina (Avicenna) geboren. Der junge Ibn Sina übte sich in der Lektüre der Denker seiner Zeit sowie der Antike. Der Legende nach soll er die Metaphysik von Aristoteles gar 40 Mal gelesen haben. Buchara war nicht umsonst das eigentliche Zentrum der Aufklärung des Orients. Werner van Gent wird im Referat unter anderem auf die Frage eingehen, weshalb diese Aufklärung im Orient sich nicht hat verfestigen können.


Tag 11 Dienstag 1. Okt.

Am Morgen erforschen wir weitere Aspekte dieser Stadt. Einen Höhepunkt bildet bestimmt das schlichte, aber in der Form vollendete Samaniden-Mausoleum. Dazu ein lesenswerter Ausschnitt aus der Wikipedia-Sammlung:
"Im 10. Jahrhundert war Transoxanien die Drehscheibe des internationalen Handels zwischen Ost und West. Neben Handelsbeziehungen in den Nahen Osten und das Kaiserreich China bestanden auch Verbindungen nach Indien und in das Wolgagebiet. Gehandelt wurden unzählige Waren (u.a. Seife, Stoffe, Wolle, Teppiche, Pelze, Schminke, Öl, Metallgefäße, Honig, Nüsse, Melonen, Waffen, Sklaven, Pferde). Bestimmte zentralasiatische Melonen waren so beliebt, dass man sie in mit Schnee gefüllten Bleikisten bis nach Bagdad transportierte, wo sie horrende Preise (pro Frucht sieben bis zehn Mal so viel wie für einen Sklaven) erzielten. Hunderttausende samanidische Silbermünzen sind in Europa gefunden wurden, viele davon in Schweden, und auch in Mainz wurden sie nach Aussage eines Sklavenhändlers namens Ibrahim Jakub im 10. Jahrhundert verwendet. Neben den Handelsbeziehungen blühten auch die Bewässerungsfeldwirtschaft und eine hoch entwickelte Bergbauindustrie. Durch den wirtschaftlichen Reichtum konnten die Samaniden vor allem in den Städten eine reiche Bautätigkeit entfalten. Erhalten ist davon z.B. das Samaniden-Mausoleum in Buchara."
Zu Fuss geht es zurück in die Altstadt Bucharas. In der Zitadelle stossen wir auf die Spuren des Regimes des Emirs von Buchara, der im ständigen Konkurrenzkampf mit den Herrschern von Khiva, Merw und Samarkand gestanden hat. Höhepunkt bildet die Aussicht auf das Minarett Kalon.

Tag 12 Mittwoch 2. Okt.
Heute fahren wir mit dem neuen Hochgeschwindigkeitszug in das legendäre Samarkand, eine der ältesten, noch immer bewohnten Städte der Welt. Marco Polo sagte dazu, sie sei eine ebenso große wie prächtige Stadt. Vielleicht reicht es noch, den grandiosen Registanplatz zu besuchen?


Tag 13 Donnerstag 3. Okt.

Zunächst besuchen wir das Ulugbek-Observatorium, danach den zentralen Basar von Samarkand sowie die daneben gelegene Bibi-Khanoum-Moschee. Ferner sehen wir uns die wegen ihrer einmalig schönen Fayencen berühmte Totenstadt an. Auch das direkt neben unserem Hotel gelegene Mausoleum von Tamarland (Timur Lenk) dürfen wir nicht auslassen. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung.


Tag 14 Freitag 4. Okt.

Auch am Vormittag haben Sie nochmals die Gelegenheit, den Registan-Platz zu besuchen oder eine kleine Stadtrundfahrt zu machen. Am Nachmittag fahren wir in der Business Klasse des Hochgeschwindigkeitszuges Avrasiab nach Tashkent.


Tag 15 Samstag 5. Okt.

Auf dem Programm steht u.A. ein Besuch des Chorsu-Basars. Hier kommen Sie bereits einen Eindruck der modernen Seidenstrasse: Gewürze, Stoffe, aber auch Plastik-Ramsch und Billig-Kleidung aus Fernost werden hier angeboten im grössten Basar Zentralasiens. Ferner besuchen wir die Kukeldash Medrese wo einer der bekanntesten Kaligraphen arbeitet. Danach darf auch der Khast Imom, das offizielle religiöse Zentrum Usbekistans nicht fehlen. Hier wird ein handgeschriebenes Exemplar des ältesten Korans aus dem 7. Jahrhundert aufbewahrt.


Tag 16 Sonntag 6. Oktober 2019

Rückflug via Istanbul. Flugdetails: werden später bekannt gegeben